Wer in Mathematik schwächelt, braucht nicht automatisch Nachhilfe. Oft hilft schon eine andere Art zu lernen. Die folgenden sieben Wege sind für Kinder und Jugendliche gedacht und für Eltern, die ihre Kinder dabei begleiten.
1. Erst verstehen, dann üben
Eine Regel auswendig zu lernen funktioniert, bis die Aufgabe ein wenig anders aussieht. Frage deshalb bei jeder Regel: Warum ist das so? Warum kürzt man Brüche, ohne dass sich der Wert ändert? Warum fehlt bei (a + b)² nicht die Mitte? Wenn du es mit einem Bild oder einem Zahlenbeispiel erklären kannst, hast du es verstanden.
2. Fehler genau anschauen
Ein Fehler ist eine Information. Statt nur die richtige Lösung abzuschreiben, frage: Was habe ich gedacht, als ich das so gerechnet habe? Häufig steckt eine falsche Vorstellung dahinter, die sich immer wieder zeigt.
Beispiel
Wer 12 + 13 = 25 rechnet, hat gedacht: „Zähler plus Zähler, Nenner plus Nenner.“
Die Vorstellung dahinter stimmt nicht, und genau diese muss korrigiert werden, nicht nur diese eine Aufgabe.
3. Kurz und regelmäßig
Zwanzig Minuten an drei bis vier Tagen pro Woche bringen mehr als zwei Stunden am Abend vor der Schularbeit. Das Gehirn verarbeitet Gelerntes auch zwischen den Lerneinheiten.
4. Nach Plan wiederholen
Aus der Lernforschung ist bekannt, dass Wiederholen mit Abstand besser wirkt als Pauken in einem Block. Eine einfache Faustregel: am nächsten Tag, nach einer Woche, nach einem Monat. Was du sicher kannst, darf länger pausieren, was wackelt, kommt früher wieder dran.
5. Lücken früher schließen
In Mathematik baut alles aufeinander auf. Wer bei Gleichungen scheitert, hat oft eine Lücke bei Brüchen oder Vorzeichen. Geh bei Schwierigkeiten gezielt zurück zum Stoff, der die Grundlage ist, und hole ihn nach, auch wenn er schon „längst“ dran war.
6. Es jemand anderem erklären
Wer etwas einem Freund oder einem Elternteil in eigenen Worten erklären kann, hat es verstanden. Wer dabei stockt, weiß genau, wo er nachlesen muss. Eltern müssen dafür nicht selbst mathematisch fit sein: Nachfragen reicht („Wie bist du darauf gekommen?“).
7. Schularbeit gezielt vorbereiten
Rechne alte Aufgaben ohne Hilfsmittel und mit gestoppter Zeit. Schaue danach nur die falschen Aufgaben genau an. Lege dir eine kurze Liste mit deinen persönlichen Fehlern an und lies sie am Tag davor durch.
Wann Nachhilfe trotzdem sinnvoll ist
Eine Lernplattform ersetzt keine Lehrkraft. Nachhilfe ist sinnvoll, wenn die Lücken sehr groß sind, wenn trotz regelmäßigen Übens keine Fortschritte zu sehen sind, oder wenn Angst vor Mathematik das Lernen blockiert. Dann hilft ein Mensch, der Rückfragen beantwortet und Mut macht. Auch eine Kombination ist möglich: Üben mit einer Plattform, Gespräch mit einer Person.
Dazu passende Lektionen
Jede Lektion hat eine Vorschau mit Merksatz und Beispielen. Mit Konto gibt es dazu Übungen, Erklärung der Fehler und Wiederholungsplan.
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich täglich Mathe üben?
Zwanzig Minuten an drei bis vier Tagen pro Woche sind für viele ein guter Rhythmus. Wichtiger als die Dauer ist die Regelmäßigkeit.
Wie können Eltern beim Mathe-Lernen helfen?
Indem sie nachfragen statt vorrechnen: „Wie bist du darauf gekommen?“ So erklärt das Kind seinen Weg und findet Fehler oft selbst.
Wie erkenne ich, ob Nachhilfe nötig ist?
Wenn trotz regelmäßigem Üben über mehrere Wochen keine Fortschritte sichtbar sind oder große Lücken aus früheren Schulstufen vorhanden sind.
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Weitere Ratgeber
- Bruchrechnen erklärt: addieren, subtrahieren, multiplizieren, dividierenKürzen, Hauptnenner, Kehrwert: alle vier Grundrechenarten mit Brüchen, durchgerechnet.
- Prozentrechnen erklärt: Grundwert, Prozentwert und ProzentsatzDie drei Größen, die drei Formeln, Rabatt, Aufschlag und der Unterschied zu Prozentpunkten.
- Dreisatz erklärt: direkte und indirekte ProportionalitätErst auf die Einheit zurückrechnen, dann hochrechnen. Und wann das gar nicht geht.
- Satz des Pythagoras erklärt: Formel, Beispiele, Anwendunga² + b² = c²: Wann er gilt, wie du Hypotenuse und Katheten berechnest und wo man ihn braucht.
- Binomische Formeln erklärt: alle drei mit Beispielen(a + b)², (a − b)² und (a + b)(a − b): Muster erkennen statt mühsam ausmultiplizieren.